Ricarda Jordan - Die Pestärztin
Mainz, 1348. In der Stadt wütet der Schwarze Tod – und er verschont kaum jemanden.

Man schreibt das Jahr 1348 und den Menschen in Mainz steht eine düstere Zeit bevor: Erst schleichend, dann immer verheerender wütet der Schwarze Tod in der Stadt, und er verschont kaum jemanden. Auch die junge Heilkundige Lucia sieht sich mit der furchtbaren Krankheit konfrontiert …
Der historische Hintergrund des Romans
Im Jahr 1348 begann sich in Europa eine unbekannte Krankheit auszubreiten, die mehr und mehr Menschen dahinraffte. Waren es anfangs nur einzelne Todesfälle, stieg ihre Zahl schnell in die Tausende. Im Lauf des Jahres breitete sich über fast den ganzen Kontinent die größte Pandemie der Geschichte aus – die Pest. Als die Seuche einige Jahre später abklang, hatte sie etwa ein Drittel aller Europäer, vermutlich fast 25 Mio. Menschen, das Leben gekostet. Nie zuvor in der Geschichte hatte es eine vergleichbar verheerende Krankheitswelle gegeben.
Die erst im 19. Jahrhundert als eigenständig erkannte und erforschte, heute weitgehend kontrollierbare Krankheit wurde durch das von Rattenflöhen übertragene Bakterium Yersinia Pestis ausgelöst. Eigentlich befällt der Floh den Menschen nicht. Doch wenn das Bakterium auftritt, sterben die Ratten sehr schnell aus, während sich die Flöhe gleichzeitig sprunghaft vermehren. Erst wenn es über mehrere Tage hinweg keine Ratten mehr gibt, springt der Parasit auf den Menschen über.
Nach der Übertragung auf den Menschen bleibt der Befallene noch mehrere Tage lang frei von Beschwerden. Bereits infizierte Personen können also unbemerkt tagelang die Krankheit weitergeben, bevor sie selbst spürbar betroffen sind. Im Mittelalter steigerten Krankenbesuche, Pflege und auch Beerdigungen die Ansteckungsrate noch zusätzlich.
Am häufigsten trat die Pest als Beulen- und Lungenpest auf. Die Lungenpest gilt als die gefährlichste Form. Bei extrem hoher Ansteckungsgefahr lag die Sterberate in früheren Zeiten bei 95 Prozent.
Die medizinischen Kenntnisse des 14. Jahrhunderts reichten in keiner Weise aus, um der Herausforderung dieser Krankheit Herr zu werden. Die Ärzte konnten dem Sterben nur mehr oder minder hilflos zusehen. Nur wenige hatten die Beschreibungen antiker Mediziner wie Hippokrates und Galen gelesen. Und diese Wenigen waren häufig nicht in der Lage, aus den widersprüchlichen Beschreibungen die richtigen Schlüsse zu ziehen.
Da die Menschen der Antike und des Mittelalters das Phänomen „Ansteckung“ nicht kannten, suchte man die Krankheitsursachen anderswo, beispielsweise in ungesunden Winden oder der falschen Zusammensetzung der Körpersäfte. Auch die Astrologie wurde zurate gezogen.
Immerhin erkannte man, dass der Kontakt mit Erkrankten eine Rolle spielte und nach 40 Tagen die Hochphase der Krankheit vorbei war. Als Konsequenz isolierte man die Kranken schließlich für genau diesen Zeitraum. Auf Italienisch bezeichnet man 40 Tage als quarantena, wovon sich der heutige Begriff Quarantäne ableitet. Auch die Häuser der Betroffenen wurden mit warnenden Hinweisen versehen – Maßnahmen, die erheblich zur Eindämmung der Seuche beitrugen.
Den historischen Roman „Die Pestärztin“ von Ricarda Jordan finden Sie in unserer Buchreihe „Bibliothek der großen historischen Romane“.
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2 Kommentare |
| Bernhard Tröster on 21 Dezember 2010 ,18:56 gefällt mir nicht |
| Martin Lohmann on 16 Dezember 2010 ,16:21 Ich würde meinen Partner auf keinen Fall verlassen. |
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